J M upload 13.12.2018, Viva Edition 138 | Print article

Happy Birthday - Schimpansenbaby feiert Geburtstag im Loro Park

„Happy“ heißt das entzückende Schimpansenbaby, das Ende März seinen ersten Geburtstag im Loro Parque feierte. Das Schimpansenmädchen (Pan troglodytes) wurde dort in der Primatenfamilie geboren und vom ganzen Team des Parks freudig empfangen. Und auch der Name ist kein Zufall, denn es wurde am Welttag des Glücks geboren. „Nomen est Omen“ scheint irgendwie auch auf Happy zuzutreffen, denn mit ihrem sonnigen Gemüt, ihrem verspielten und lebendigen Naturell zaubert sie jedem ein Lächeln auf die Lippen. Wie die meisten Babys von Säugetieren verbrachte es die ersten Lebensmonate in den Armen ihrer Mama Silvy. Das Festklammern der Jungtiere dauert bis zu vier Jahre. 

Man konnte beobachten, wie es allmählich begann ihr Umfeld auf eigene Faust zu erkunden. Schimpansen leben in Großgruppen mit klaren Rangstrukturen und in diesem Zusammenleben lernen die Kleinen das Sozialverhalten der Primaten schon von Anfang an. Es war auch für ihre Brüder Bongo und Gombe neu mitzuerleben, wie es ist, mit einem kleinen Schwesterchen zusammenzuleben. Doch sie passten brav auf Happy auf, ein wichtiger Schritt für ihre spätere Reife. Es ist ein Privileg Zeuge dieses natürlichen Verhaltens einer so einzigartigen Art zu sein, deren genetisches Erbgut 98 Prozent mit jenem der Menschen gemein hat. Auch die ausdrucksstarke Mimik der Tiere ist fesselnd. Schimpansen sind sehr intelligent. Der Gebrauch von Werkzeugen, wie beispielsweise das Nussknacken mit Steinen, wurde scheinbar schon vor 4.300 Jahren angewandt.1) Wieder einmal belegt der Tierpark Loro Parque auf Teneriffa, dass die Qualität und Sorgfalt des Tierpflegerteams von höchstem Niveau ist und, dass sie der Wahl zum Besten Zoo der Welt durch TripAdvisor im Jahr 2017 gerecht werden.

Der natürliche Lebensraum

Der Gemeine Schimpanse (zool. Pan troglodytes, allgemein auch gewöhnlicher Schimpanse genannt) zählt zur Primatenart aus der Familie der Menschenaffen. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das mittlere Afrika. Sie können sowohl in Regenwäldern als auch in trockenen Savannen leben. Die Männchen sind 1 bis 1,7 Meter hoch (stehend) und könnten bis zu 70 Kilogramm wiegen bzw. 50 Kilogramm die  Weibchen. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 40 Jahren und so haben wir noch lange die Gelegenheit Happy und ihre Familie zu besuchen. In diesem Sinn ist Happy, wie alle ihre Familienmitglieder, eine wichtige Botschafterin für ihre Artgenossen in der Natur. Sie hilft, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Probleme zu lenken, mit denen die Tiere in der Natur konfrontiert sind.

Gefährdet, die Gründe

Laut der Weltnaturschutzorganisation (IUCN2)) sind Schimpansen stark bedroht („endangered“). Schätzungen zufolge lebten Anfang des 20. Jhdts. mehrere Millionen Gemeine Schimpansen, deren Bestand 1999 auf 150.000 bis 235.000 abfiel und bis zum Jahr 2050 überhaupt verschwunden sein werden. Laut WWF liegt die Zahl zwischen 172.000 bis 301.000. Hauptgrund ist die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume. Der Einsatz für biomedizinischen Forschungsaufgaben ist in den letzten Jahren rückläufig.

1)Julio Mercader: „Die Schimpansen-Steinzeit“ vom 13. Februar 2007.
Wolfgang Köhler (1887 - 1967) führte als Leiter der Preußischen Akademie der Wissenschaften auf Teneriffa bahnbrechende Untersuchungen über den Werkzeuggebrauch von Schimpansen. Durch sein revolutionärstes Werk „Kognitive Psychologie bei Menschenaffen“ veröffentlichte er im Jahr 1917. Diese gerieten in Vergessenheit und erst in den 1950-er Jahren gab es ein Revival. Die 1934 in London geborene Verhaltensforscherin Jane Goodall begann 1960 die Verhaltensforschungen über Schimpansen in Tansania und gilt weltweit als Koryphäe auf diesem Gebiet. Zum Schutz der Primaten gründete sie das Jane-Goodall-Institut.
2)IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources, www.iucn.org)