J M upload 09.08.2018, Viva Edition 54 | Print article

La Isleta - Geheimnisvolles 'Vulkankegelchen' von Las Palmas & Fischrestaurants

Las Palmas – das ist für viele Residente unserer schönen Insel „die große, laute Stadt in weiter Ferne, in die man für einige Behördenangelegenheiten hin und wieder fahren muss. Am besten, man fährt nicht selbst dorthin, denn in Las Palmas mit dem Auto im Verkehr zu stecken, ist das Schlimmste von allem!“ Doch darum, wie wunderschön und vielfältig, wie freundlich und persönlich die traditionsreiche Stadt ist, soll es in diesem Bericht nicht gehen. Nicht ganz jedenfalls, denn wir widmen uns heute nur einem Teil der Stadt. Einem Teil, der selbst denjenigen nahezu unbekannt ist, die hin und wieder Las Palmas besuchen und sich hier schon etwas auskennen: La Isleta, die kleine Insel im Norden.   

Unbekannte Schönheit

Egal von welcher Seite aus Sie nach Las Palmas fahren, die sanften, rotbraunen Hügel der Vulkankegel dieser der Stadt im Norden vorgelagerten Halbinsel, stechen unweigerlich ins Auge. Ein Teil zählt zum Militärgebiet, wo das 50. Infanterieregiment stationiert ist und wo natürlich der Zutritt verboten ist. Ein anderer Teil im Osten zählt zum riesigen Hafengebiet Puerto de La Luz, wo die Erde von La Isleta für die unaufhörlichen Ausbauarbeiten des neuen Fährabschnitts abgetragen wird. Und dann gibt es u. a. noch das Naturschutzgebiet mit der verschlafenen Ortschaft Las Coloradas und dem romantischen Strand El Confital.

La Puntilla: Das Ende ist der Anfang

Die schönste Möglichkeit sich auf Erkundungstour zu begeben, ist zu Fuß. Am besten, Sie beginnen am östlichen Ende des Paseo de Las Canteras, wo Sie bequem ihr Auto in einem der nahegelegenen Parkhäuser abstellen können. Gehen Sie einfach auf das Meer zu und wandern Sie weiter hinauf, der Atlantik liegt links neben Ihnen. Ob mit den Füßen im Sand und den Schuhen in der Hand direkt am Wasser, oder oben, an der Promenade, mit einer kleinen Pause in einem der unzähligen Cafés oder Restaurants, (siehe unsere Tipps auf der nächsten Seite im Infokasten)   Sie gehen so weit, bis Sie an der Spitze „La Puntilla“ angelangt sind. Dort, wo es nicht mehr weitergeht; genauer gesagt, wo man denkt, dass es nicht mehr weiterginge. Wo nur noch das Restaurant „La Marinera“ kommt, das ich vom atemberaubenden Ausblick, über die aufmerksame Bedienung, bis zum hervorragenden Essen wie frischem Fisch und Fleisch vom Grill, wärmstens empfehlen kann, und eine große Plattform, die scheinbar die obere Spitze, das Ende von Las Palmas, markiert. 

Umgehen Sie einfach das vermeintliche Ende oder fragen Sie einen der vielen Passanten nach „El Confital“. Jeder wird Ihnen den Weg sagen oder die Richtung zeigen können. Hier läßt es sich müßig schlendern, entlang einer herrlichen Palmen-Promenade, hoch oben über dem Meer. Sie befinden sich jetzt schon längst auf dem Gebiet von La Isleta, der kleinen Halbinsel von Las Palmas, die nur durch einen ganz schmalen Landstreifen mit der Stadt verbunden ist.

Mit etwas Mut und guten Stoßdämpfern direkt zum Strand

Klingt das für Sie zu anstrengend? Sie sind kein großer Wanderfreund? Dann nehmen Sie das Auto und folgen Sie im Norden der Stadt der Ausschilderung Richtung El Confital. Wenn Sie mit dem Navi unterwegs sind, geben Sie die Calle Coronel Rocha als Ziel ein und folgen Sie ihr bis zum Ende. Dann landen Sie dort, wohin auch der oben beschriebene Fußweg führt, an einem kleinen Dorfplatz mit Bänken und mehreren Terrassen in der Felswand. 

Auch hier kann man sich leicht in die Irre führen lassen. Denn noch kurz vor dem kleinen Platz sieht es von der Straße so aus, als sei man am Ende einer Sackgasse gelandet. Ist man nicht. Zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto geht es noch wenige Meter parallel zum Meer weiter, dann eröffnet sich für die Fußgänger ein herrlicher Weg in der Felswand, der hinunter führt zum weitläufigen Strand El Confital. Autofahrer könnten hier wieder denken, sie hätten etwas falsch gemacht, denn wo links der Weg hinabführt und geradeaus eine raue Piste zur Weiterfahrt lockt, prangt vor ihnen in klarem Rot und Weiß ein Schild, das die Durchfahrt verbietet. Was haben wir beim ersten Mal getan? Wir haben gewendet, haben auf eigene Faust die Straße gesucht, die nach El Confital führt, denn schließlich waren dort unten auch

Autos zu sehen. Ein freundliches einheimisches Paar, das in der Wildnis, in der wir mittlerweile gelandet waren, mit dem Hund spazieren ging, offenbarte uns schließlich das Geheimnis. „Ja, ja, genau da, wo das Schild ist, da fahrt ihr durch, dann landet ihr am Strand.“ 

Aber mittlerweile war ich viele Male mit dem Auto unten am Strand, und jedes Mal fahren auch einzelne Autos vor oder hinter mir und kommen mir welche entgegen. Soll das Schild „Durchfahrt verboten“ den Verkehr einfach begrenzen? Soll es ein bisschen abschrecken? Oder gehört das Passieren dieser Stelle zum kanarischen Freiheitsbewusstsein, zur Demonstration dessen, dass man sich von außen nichts diktieren lässt? Ich weiß es nicht. Prüfen Sie bitte für sich selbst, ob Sie Ihr Auto oben parken und zu Fuß gehen, oder ob Sie den holprigen Weg bis nach unten mit dem Auto nehmen und theoretisch mit einer Strafe belegt werden könnten.

Playa El Confital: Sinfonie aus Natur und Moderne

Wie auch immer Sie nun am Strand von „El Confital“ gelandet sind, Sie werden erstaunt sein über die kunstvoll gelungene Sinfonie aus Natur und Moderne, die sich vor Ihren Augen, auf dem zwei Kilometer langen Strandstück, präsentiert. 

Das raue Meer, das einige hundert Meter vor der Küste manchmal gewaltige und beeindruckende Wellen mit einem lauten Krachen in sich selbst stürzen lässt, auf der einen, hohe Berge aus hellem Gestein, das in der Sonne selbst zu strahlen scheint, auf der anderen Seite. Dazwischen ein großzügiges, weitläufiges Gelände, das mal aus Sand, mal aus Felsen besteht, überall hell und freundlich wirkt und den Betrachter tief durchatmen lässt. Ein Naturschutzgebiet, das wirkt, als befände man sich tatsächlich auf einer anderen Insel.

Vom Surfen und Nacktsein

Mit viel Gefühl für die Landschaft hat die Stadt Las Palmas hier überdimensional breite Holzstege eingefügt, auf denen genauso Jogger am Meer entlang laufen, wie Fußgänger verträumt schlendern. Mit einer modernen und kunstvollen Symbiose aus Holz, Stein und Metall hat die urtümliche Landschaft eine persönliche Note erhalten, die sich trotz der Widersprüche in die Natur einfügt, als gehörten die Elemente schon immer zusammen. 

Hier können Sie sich auf den langen Holzsteg setzen, auf eine der zahlreichen Bänke oder direkt an den Strand, tief durchatmen und in herrlicher Ruhe aufs weite Meer sehen, ohne zu merken, wie die Zeit vergeht. Dabei gibt es durchaus Besucher dieses schönen Ortes, die nicht von der Romantik hierher gelockt werden: El Confital gilt als einer der besten Surf-Spots Europas!

Der Strand ist auch aufgrund der Sauberkeit sehr beliebt und seit 2012 darf sich El Confital mit der internationalen Auszeichnung für Qualitätsstrände „Blaue Flagge“ schmücken, die jährlich vom Dachverband FEE (Foundation for Environment Education) nach strengen Kriterien überprüft und vergeben wird.

Obwohl El Confital seit jeher als erster Strand von Nudisten frequentiert wurde, hat sich im Laufe der letzten Jahre das Publikum vermischt und inzwischen genießen FKK-Anbeter ihr Sonnenbad in den eigens dafür ausgeschilderten Zonen der „Nudistas“.

Fischrestaurants

• La Marinera, unübersehbar am äußersten Ende der Promenade von Las Canteras, direkt am Meer in den Felsen, aufmerksame Bedienung, frischer Fisch und gigantische Fleischstücke vom großen, offenen Grill.

• Amigo Camillo, ebenfalls direkt am Wasser, auf dem Weg zwischen Las Canteras und El Confital, ein rustikales Restaurant, in dem Sie Ihren Fisch selbst aussuchen und nach Gewicht bezahlen, bevor er für Sie zubereitet wird, auch unter Einheimischen ein Geheimtipp.

• Los Nidillos, noch weiter den Weg nach El Confital entlang, Tapas, Snacks, frischer Fisch und leckere kanarische Spezialitäten zu Preisen wie vor 20 Jahren.