Ausgabe Nr.
Ausgabe Nr.
J M upload 28.06.2019, Viva Edition 153 | Print article

Equinor investiert 860 Millionen Euro in Offshore Windkraft auf den Kanarischen Inseln

Im Gewässer der Kanarischen Inseln wird der norwegische Konzern Equinor1) in Spanien den ersten großen Offshore-Windkraftpark bauen und in den nächsten Jahren dafür 860 Millionen Euro investieren. Die Entscheidung des Energieriesen, der diesen Park als ein ZEC Projekt umsetzen wird, ist das Resultat der jahrelangen Bemühungen der Kanarenregierung, die Kapazitäten des Archipels zu vermarkten und hier ein spanischer und europäischer Vorreiter für Offshore Windkraftanlagen zu sein.

Die Kontakte mit dem Konzern wurden vom Kanarenpräsident Fernando Clavijo und Pedro Ortega, dem kanarischen Minister für Wirtschaft, Industrie, Handel und Wissenschaft bereits 2017 geknüpft und es gab mehrere vorbereitende Arbeitstreffen mit dem Konzern. Letzterer hob hervor, dass Anträge für Versuchsprojekte von internationalen Energieunternehmen für Investitionen auf den Kanarischen Inseln vorliegen.

Dabei handle es sich besonders um innovative und/oder Pilotprojekte im Bereich von Offshore-Windkraftanlagen. Erst im Mai berichteten wir über das erfolgreiche Projekt Elisa-Elican,2) das weltweit erstmals durch eine einzigartige Bauweise dieser treibenden Anlage international von der Fachwelt zur Kenntnis genommen wurde. Sie befindet sich auf dem Versuchsgelände von PLOCAN (siehe Bericht in dieser Ausgabe, Seite 4 (Die Zukunft ist Offshore, PLOCAN Internationale Forschungsplattform auf den Kanaren ).

Der treibende Offshore Windkraftpark der Firma Equinor sieht eine Potenz von 300 MW vor, das einem Drittel der gesamten durch erneuerbare Energie gewonnene Menge auf den Kanarischen Inseln entspricht. Die Genehmigungen sollen noch 2019 gestellt werden und falls diese planmäßig erteilt werden, könnte der Park im Jahr 2024 fertig gestellt werden und seinen Betrieb aufnehmen. Es werden 120 bis 200 Arbeitsplätze generiert. Die Lebensdauer wird mit 20 Jahren angegeben.

Um weitere internationale Technologieprojekte zukünftig zu forcieren, hat Ortega dem Staatssekretär im Energieministerium in der Zentralregierung in Madrid einen Brief mit dem Anliegen ein interministerielles Zentrum einzurichten übermittelt, um solche komplexen Projekte bereichsübergreifend mit allen involvierten administrativen Stellen besser zu koordinieren und so die Wartezeiten bis zur Genehmigung zu verkürzen. Dieser Vorschlag wurde bereits 2017 gemacht. Zudem hat die Kanarenregierung der Zentralregierung eine vorläufige Studie vorgelegt aus der hervorgeht, dass sich drei Zonen aufgrund der Windbedingungen, der Meerestiefe, der Topographie und der Nähe zur Küste für Offshore Windkraftanlagen besonders eignen. Das ist der Südosten auf Gran Canaria, der Osten Fuerteventuras und auf Teneriffa.

In den nächsten Jahren muss und wird in notwendige Infrastrukturen investiert, um das Energienetz für die Windkraftenergie zu kanalisieren und auszubauen. Zudem muss das notwendige Know-How der Fachkräfte im Bereich der Technik, Wissenschaft, Ingenieurwesen und der wirtschaftlichen Diversifikation erweitert werden, ein großes Potenzial für die hiesige Wirtschaft. 

Sogar in der EU hat man die Aktivitäten des Archipels und das damit verbundene Potenzial in Offshore-Windkraftanlagen mehrmals lobend hervorgehoben, die in so kurzer Zeit derart umfassend betrieben wurden.

Quelle: www3.gobiernodecanarias.org

1)Equinor belegt in der Forbes Global 2000 der weltgrößten Unternehmen den Platz 91 und ist ein börsennotierter Öl- und Gaskonzern, an dem Norwegen 67 % Anteile hält und ist auch das größte Unternehmen des Staates mit 21.300 Angestellten und einem Gesamtumsatz von ca. 49 Milliarden Euro (Stand 2015).

2)Viva Canarias Nr. 151 vom 1.5.2019 „Kanaren setzen auf Windkraftenergie. Pionierprojekt Elisa-Elican, massentauglich?“

Siehe auch 

 

Windkraftenergie in Spanien - Zahlen und Fakten

Pionierprojekt im Windkraftanlagenbau: Elisa - Elican (Plocan)