J M upload 01.02.2019, Viva Edition 148 | Print article

Exposition in Montecristo - Dampier mal zwei

VON KARL UND HILDE DAMPIER IN MONTECRISTO:  „Der kommerzielle Künstler“ titelte ich das Portrait mit Karl Dampier, das wir in unserer Ausgabe Nr. 113 veröffentlich haben. Mit seiner herrlich ehrlichen und offenen Art erzählte er uns einiges über seine Sichtweise und seinen Zugang zur Kunst. Mit seinen farbenfrohen lebendigen Motiven seiner Acryl- und Ölgemälde setzt er auf die naive und moderne Malerei, nicht ohne mit anderen Materialien und Techniken (z. B. Mosaike, Grafiken etc.) zu experimentieren. Dabei ist der unkonventionelle Kunstschaffende höchst anpassungsfähig an die Bedürfnisse seiner Kunden und hat in den letzten Jahren Einzelexpositionen in Japan, Polen und natürlich in seinem Heimatland Österreich gehabt.

Am 24. Januar fand in Montecristo die Vernissage zur Doppelausstellung von ihm und seiner Frau Hilde Dampier statt. Während er das Motto „Grafik in Contrast“ verfolgt, geht seine bessere Hälfte der romantischen Seele auf den Grund und setzt ihren Fokus auf tanzende Frauen in weit ausladenden Kleidern, die unweigerlich die Leidenschaft und Dynamik der Bewegung des Flamenco vermitteln. Ihre dargestellte Frauen zeigen diese in allen Facetten, sei es souverän und selbstbewußt oder schüchtern und verlegen. Aber manches haben all ihre Figuren gemein: Die Unabhängigkeit und den Stolz.

Die 1952 in Niederösterreich Geborene wuchs im idyllischen Mostviertel auf und zog in jungen Jahren nach Wien, wo sie begann sich politisch zu engagieren. Geprägt durch die Frauenbewegung der 1970-er und 1980-er Jahre standen Feminismus und die damit verbundenen Lebenswelten von Frauen in ihrem politischen Fokus. Ihre Vielseitigkeit zeichnet sich in ihrem Beruf und ihren Hobbies gleichermaßen ab. Sie begann in der Krankenpflege  und wechselte anschließend zur Hausbetreuung und später in die  Geschäftsführung einer Gebäudereinigungsfirma. Ihre Kreativität entfaltete Hilde beim Kochen sowie beim Musizieren. Sie spielt Akkordeon.

 

Vor zwei Jahren machte Hilde erste Versuche mit der Malerei als eine neue Ausdrucksform und schätzt daran besonders auch die meditative Komponente des Malens. Versunken in die Farbwelt bringt sie ihre Emotionen und Gedanken auf die Leinwand und zeigt Talent. Inspiriert von ihrem Malergatten Karl experimentiert auch sie viel mit verschiedenen Techniken, wie z. B. Aquarell oder Acryl. Ihre Gemälde fanden Anklang doch brauchte es eine gewisse Geduld und Überredungskunst ihres Mannes, bis sie es wagte, diese in einer Exposition der Öffentlichkeit zu präsentieren. Hilde erläutert das Alltagsleben der Eheleute: „In unserem Haus kann man fast nicht mehr wohnen, denn überall ist die Kunst verteilt. Während es ihm nichts ausmacht, wenn jemand ihm beim Malen zusieht, ist das bei mir anders. Erst wenn ich fertig bin, dann zeige ich es überhaupt her. Manchmal streiten wir fast, wer das Atelier benützen darf, aber meistens tun wir dies gemeinsam. Es stresst mich auf positive Weise und dieses ‚Gedankenmalen‘ wirkt im Anschluss sehr entspannend.“

Ihr Debüt als malendes Ehepaar geben Hilde und Karl Dampier nun auf Montecristo unter dem Titel „Grafik in Contrast“ und „Romantic Spirit“.

• Bis 28. Februar 2019

Montecristo, Barranco Ayagaures 85 (10 Min. von Maspalomas entfernt). Geöffnet: Sa. und So. von 10.00 bis 17.00 Uhr. Eintritt: 8 Euro.