Ausgabe Nr.
Ausgabe Nr.
J M upload 08.08.2018, Viva Edition 139 | Print article

Gran Canaria Walking Festival 2018 (Route 3) - Die Kiefer des Lebens

Zwei der sechs Routen des diesjährigen VII. Walking Festivals von Gran Canaria haben wir Ihnen bereits vorgestellt: „Versteckt zwischen Felsen“ und „Grüne Reflektionen“. Im Vorjahr nahmen um die 800 Naturliebhaber und Wanderbegeisterte aus 40 Nationen an dem von der Inselregierung organisierten Wanderfestival teil, das unter dem Namen „Gran Canaria Natural“ vermarktet wird. Da die Nachfrage immer größer wird und die Touren mitunter schon frühzeitig ausgebucht sind, fahren wir auch in dieser Ausgabe mit der Vorstellung der Wanderrouten fort.

Route 3: Die Kiefer des Lebens

Diese herrliche Wanderung führt durch ein Naturjuwel und zwar in den Naturpark von Tamadaba, der aufgrund seiner Wälder landläufig auch als die „Lunge der Insel“ bezeichnet wird. Dort befinden sich auf 7.500 Hektar Fläche die am besten erhaltenen zusammenhängenden Pinienwälder von Gran Canaria und das Gebiet wurde u. a. aus diesem Grund von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Der Name Tamadaba stammt aus der Sprache der Urbevölkerung und bezieht sich auf das Massiv, das im Nordwesten der Insel auf 1.444 Meter über dem Meeresspiegel liegt und westwärts an der Küste mit seinen schwindelerregenden Steilküsten entlang führt (Foto 02). 

Die Route: Die Wanderung startet am Landgut Tirma und führt dann westwärts in Richtung Habichtfelsen (span. Roque Faneque). Es ist eine unberührte Natur mit spektakulären Ausblicken. An klaren Tagen blickt man auf den Teide der Nachbarinsel Teneriffa (siehe Foto 01) und fühlt sich fast surreal zwischen Himmel und Meer. Von hier aus geht es ca. zwei Kilometer hoch zum Flaggenfelsen (span. Pico de la bandera) und von dort geht es den Hügel hinab zum Tal des Rauchs (span. Degollada del humo), von wo aus der Rest der Route entlang des Bergkamms bis zum Erholungsgebiet („Aréa Recreativa de Tamadaba“) führt.

Achtung: Die Anmeldefrist endet am 21. Oktober (Anm.: Aus Erfahrung der vorangegangenen Editionen wissen wir, dass die Routen mitunter schon Wochen im Voraus ausgebucht sind).

Parque Natural Tamadaba: Biosphärenreservat

Das Gestein formte sich aus den ersten vulkanischen Erosionen vor etwa 14 Millionen Jahren und zählt somit zu den Ältesten auf Gran Canaria. Hinsichtlich der Geomorphologie (also der Landformenkunde) ist die Gegend äußerst interessant mit den unzähligen Schluchten, Steilhängen und Gesteinsformationen. 

Die Flora im Naturpark

Bis zu einer Höhenlage von 700 Metern ist das Biosystem der Flora gekennzeichnet von den Cardonales (Euphorbia canariens, Foto 04) und Tabaibas (Foto 03), die so typisch für die niedrigeren Gegenden auf Gran Canaria sind. Ein renommierter Vertreter ist auch der Drago (dracaena draco), der zugleich das Natursymbol von Teneriffa darstellt. Ihm ähnlich, nur in einer Miniversion, ist der Strauch Verodes (Kleinia neriifolia, Foto 05), der auf den Kanaren endemisch ist.

Nicht zuletzt dürfen wir auf die Pinien verweisen (Pinus canariensis, Foto 06 und 07), die dort in reichem Überfluss vorkommt und beispielsweise das Natursymbol von La Palma ist. Ausgewachsen können sie eine Höhe bis zu 40 Meter und einen Durchmesser am Stamm von 2,5 Meter erreichen. Hier kommen wir zu einer Besonderheit der kanarischen Kiefer: Deren Rinde besteht aus unzähligen hauchdünnen Schichten, die den Stammkern wie ein feuerfester Mantel umhüllen. Das macht sie sehr wiederstands- und regenerierungsfähig. Nach den verheerenden Bränden haben die Kiefern binnen kürzester Zeit neue Triebe gebildet und haben sich größtenteils vollständig erholt.

Die Fauna

In der Tierwelt sind es Reptilien und vor allem Vögel, die man hervorheben muss. Im Naturpark von Tamadaba sind die meisten Vögel auf Gran Canaria anzutreffen.

Der kleine Buntspecht „pico picapinos grancanario“ (zool. Dendrocopos major sbsp. Thanneri, Foto 08), der mit seinem auffälligen Federkleid eine Augenweide ist. Der Fink (pinzón azul, zool. Fringilla polatzeki, Foto 09) ist eine Unterart des Teydefinken und kommt nur auf Gran Canaria vor. Er steht leider auf der Roten Liste der vom Aussterben gefährdeten Vögel der IUCN. Mit dem großen Feuer im Jahr 2008 hat sich die Population halbiert, wenngleich sie inzwischen wieder am Wachsen ist, gilt dieser Fink nach wie vor als gefährdet. Über den Baumkronen der Pinienwälder sichtet man nicht selten den Mäusebussard (Buteo buteo insularum), der bis zu 50 Zentimeter groß werden kann. Und wenn es ruhig ist, dann kann man mitunter den Habichtfalken (Falco peregrinus) beobachten oder die Flugmanöver des Gemeinen Sperber (Gavilán, zool. Accipiter nisus), der ebenfalls zur Familie der Habichtarten zählt. Wer großes Glück hat, kann in der Nähe von Wasser die Gebirgstelze (Motacilla cinerea canariensis) sehen. Die Liste ließe sich endlos erweitern …

Steckbrief Route 3: Kiefer des Lebens

Fr., 26. Oktober 2018

Distanz: 8 km, Schwierigkeit: Mittel, Gehzeit ca. 3,5 Std.
492 m Steigung/506 m Gefälle
Strecke: Degollada de Las Lajas, Cueva de los Ajos, Cuevas del Zapatero, Lomo de Faneque, Degollada Los Pasitos, Morro de Las Lechugas, Llanos del Mimbre, Área Recreativa de Tamadaba.
Bustransfer entweder vom Auditorio Alfredo Kraus in Las Palmas oder ab der Touristeninformation in Playa del Inglés, hinter dem C. C. Yumbo.
Rückkehr: 16.30 bzw. 17.00 Uhr

Die Tour beinhaltet:
- Haftpflicht- und Unfallversicherung
- Picknick, Führung und Erläuterungen zum ethnografischen Kulturgut
- Verkostung kanarischer Produkte

• Preise: Eine Wanderung kostet 30 Euro. Der komplette Wanderpass für alle sechs Routen kostet 130 Euro (Achtung: Preisänderung!). 
• Anmeldungen sind bereits möglich! Eine detaillierte Beschreibung jeder einzelnen Route finden Sie in mehreren Sprachen auf der offiziellen Webseite der Organisatoren.

www.grancanariawalkingfestival.com