J M upload 02.02.2019, Viva Edition 116 | Print article

Herzoginnenpark mit langer Geschichte in Arucas

„Jardín de la Marquesa“, also der Garten der Herzogin, heißt ein ganz außergewöhnlicher und sehenswerter botanischer Garten bei Arucas – ein echter Geheimtipp. Er wurde 1985 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden – was für ein Glück. Die Fahrt nach Gáldar ist ein Genuß. Die Küstenstraße GC-3 hinter Las Palmas ist gut ausgebaut und bequem zu fahren. Sie bietet wunderbare Ausblicke auf die Küste und die wogenden und an der Küste brechenden Wellen, die hier an der Nordküste rauer sind als im Süden, sowie die frische Brise des ständig wehenden Passatwindes und der Geruch sind ein angenehmer Begleiter. Spätestens jetzt kommt echtes Urlaubsgefühl auf.

Die Liebe der Herzogin für exotische Pflanzen

Wir verlassen die Küstenstraße und folgen dem Straßenverlauf Richtung Arucas und dort weiter nach Bañaderos, wo etwa eineinhalb Kilometer hinter der Stadt, eingebettet in den Bananenplantagen, sich die einstige Sommerresidenz der Herzogin befindet. Ein schmiedeeisernes Tor mit Flaggen verschiedener Nationen weist den Weg zum Eingang. Das Wappen der Adelsfamilie ziert einen Torbogen und sogleich wird unsere olfaktorische Wahrnehmung mit herrlichem Duft von Jasmin sehr geschmeichelt. Einige wenige Stufen durch eine Art Laube schreiten wir hinab zum Eingang. Meist trifft man niemand an, denn man muss läuten. Nach einem kurzen Augenblick kommt eine Angestellte, die den Obolus in Höhe von 6 Euro entgegen nimmt und den Weg für die Besichtigung dieser wunderbaren botanischen Anlage frei gibt.

Die Luft ist klar und hier ist es still(er), zumindest was die unangenehmen Geräusche von lärmenden Autos oder lauten Menschen betrifft.    

Paradiesisch im „noblen Dschungel"

Während sie dem melodischen Klang des Zusammenspiels des Naturorchesters in Form von zwitschernden Vögeln lauschen und dem sanften Rauschen des Windes, der die Blätter der Pflanzen streichelt, tauchen Sie in eine andere Welt ein. Der großen Liebe der Herzogin haben wir es zu verdanken, dass sich an diesem Ort eine dichte Vegetation aus exotischen Pflanzen aus aller Herren Länder befindet. Man sieht kaum die Erde, so üppig wächst hier die Natur. Erwähnenswert sind die Palmenarten, wie beispielsweise die Madagaskarpalme, deren gekreuzte Rinde fast aussieht, als sei sie von einem Kunsthandwerker geflochten worden (siehe Foto 02). Um die fünfhundert Arten sollen es sein, aus Argentinien, Kenia, Venezuela etc.

Die priviligierte und gut betuchte Gesellschaft von damals wußte, dass man der Herzogin nur mit ‚einem ‚grünen Exoten‘ eine echte Freude bereiten konnte. Leider sind viele der Beschriftungen nicht mehr lesbar, denn die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Die Pracht und Schönheit dieses Gartens beeinträchtigt dieser Umstand allerdings in keinster Weise.

Historisches Flair

Für historisches Flair sorgt die einstige Sommerresidenz der Herzogin.  Ich spähe durch das Fenster, doch es scheint schon lange unbewohnt zu sein.  Es muss paradiesisch gewesen sein, hier zu leben, auch wenn dieses charmante historische Gebäude im Kolonialstil nicht betreten werden kann. Es ist es von außen eine Augenweide.

In sanften Kurven schlängeln sich die mit Kopfsteinpflaster ausgelegten Wegen, gesäumt von einer Beleuchtung im Jugendstil und Sitzbänken. Diese laden in vielen Bereichen zum Verweilen ein, sei es unter einem schattenspendenden Baum, auf einer Terrasse, an einem Teich oder einem Pavillon, am Brunnen etc. Das Highlight sind die vielen exotischen Pflanzen, die im Laufe der langen Zeit enorme Dimensionen angenommen haben.

Der 200 Jahre alte Drachenbaum (Dracaena drago), ein gigantischer Koloss, ist nicht zu übersehen.

Fazit

Gönnen Sie sich diesen Müßiggang durch diesen außergewöhnlichen botanischen Park in dem es viel zu entdecken gibt. Der "Jardín de la Marquesa" (auch Jardín de Hesperides bezeichnet) ist touristisch noch nicht überlaufen und daher wirklich noch einer der wenigen Ruhe-Oasen auf der Insel.
Eintritt: 6 Euro bzw. 3 Euro für Kinder. Geöffnet: Mo. - Fr. von 9.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr. (Läuten)